Linux-Anwender
Wie kompatibel sind MS Office und OpenOffice/StarOffice?
Peter Schulze am 5. April 2006.
Wenn man unter Linux und MS Windows-Umgebungen arbeiten möchte/muss, kommt man zwangsläufig an einen Punkt, an dem man sich auch für ein Office entscheiden sollte, mit dem man alle Arbeiten erledigt, die ein Büroalltag so mit sich bringt.
In meinem Büro arbeite ich eigentlich schon seit Jahren mit StarOffice/OpenOffice unter Linux und nehme stets Rücksicht auf die MS Office-User. Warum eigentlich? Ich bin höflich. Ich gebe Dokumente, sofern sie weiter bearbeitet werden sollen, fast immer als MS-Office-Datei 97/2000-Format weiter. Müssen sie nicht weiterbearbeitet werden, dann exportiere ich sie aus OpenOffice/StarOffice einfach als PDF - eine Funktion, die ich absolut lieben gelernt habe.
Umgekehrt erfahre ich von den MS-Office-Usern nicht so viel Entgegenkommen. Oft wissen sie es nicht mal, dass es auch noch andere Textverarbeitungen/Tabellenkalkulationen etc. gibt. Ich bekomme Dateien immer als *.DOC oder *.XLS usw.
Macht ja nichts - OpenOffice/StarOffice kann die Dokumente recht komfortabel importieren. Dabei kann es durchaus kleinere Abweichungen geben. Man muss schon aufpassen, um die Konvertierungsprobleme zu erkennen, denn oft sind sie - sofern überhaupt welche auftreten - eher marginal. Geht es aber um identische Layouts z. B. in Word-Texten, die vielleicht als Druckvorlage dienen sollen, besonders auch bei komplizierten Layouts wie Tabellen, Rahmen, Formularen, in denen auch die genaue Größe und genaue Position eine Rolle spielen, sollten die Ausdrucke verglichen und gegebenenfalls angepasst werden. Bei einfachen Texten und Layouts (und das sind im Büroalltag die meisten Dokumente), treten eigentlich kaum noch Probleme auf.
In der Tabellenkalkulation kann man eine ähnliche Aussage treffen. Sind es einfache Tabellen, treten eigentlich keine Probleme auf. Zumindest in der mathematischen und logischen Funktionalität. Im Layout können u. U. bestimmte Formatierungen z. B. zu verschobenen Seitenumbrüchen führen. Anders sieht die Sache mit komplizierten Tabellenkalkulationen, z. B. mit Macros und speziellen Funktionalitäten aus. Hier muss die Funktionalität überprüft werden. Zwar unterstützt StarOffice/OpenOffice eine Import- und Exportfunktion für MS-Excel-Macros, aber die funktioniert leider nicht zuverlässig. Übrigens verfügt StarOffice/OpenOffice auch über eine Macro-Sprache, allerdings wird diese in den Online-Hilfen nicht unterstützt. Hinzu kommt, dass der integrierte Macro-Recorder meiner Meinung nach eine Krücke ist. Der erzeugt Code nach dem Aufzeichnen ist aufgebläht und enthält unnötige Anweisungen, die sehr verwirren. Simple aufgezeichnete Macros haben nicht funktioniert! Den Unterschied zwischen aufgezeichnetem Macro-Code und händisch programmierten Basic-ähnlichen Code sieht man, wenn man in einigen Vorlagen intergrierte Macros mal vergleicht. Da ist MS-Excel haushoch überlegen.
Fazit: Tabellenkalkulationen zwischen beiden Systemen auszutauschen, sollten man nur dann machen, wenn Macros keine Rolle spielen.
Ähnlich vorsichtig sollte man zunächst auch Präsentationen mit komplizierten Effekten vergleichen und nie unkontrolliert und gegebenfalls angepasst vorführen.
Bei dem in StarOffice/OpenOffice neu integierten Datenbankmodul ist es letztendlich eine Frage, wie die Daten geliefert werden bzw. vorliegen. Ist das klar, dann kann man sie in aller Regel auch bedenkenlos über das Datenbankmodul verwalten, ändern, Recherchen machen und Reporte erzeugen. Anfängliche Abstürze, besonders in diesem Modul, aber auch einige andere Fehlerchen, konnten mit dem ersten Service-Pack für die Version 2 behoben werden.
Es gibt auch z. B. mit dem Draw-Modul ein Programmteil im Paket von StarOffice/OpenOffice, welches ich für wesentlich leistungsfähiger als das Pendant bei MS Office halte.
Besondere Aufmerksamkeit sollte allerdings noch den Versionen für Linux und für MS Windows entgegengebracht werden. Hier spielen in erster Linie die verwendeten Schriften eine Rolle. Da Windows über einen einheitlichen Grundstock an TTF-Schriften verfügt, werden diese auch sehr oft verwendet. Automatisch stehen diese Schriften aber nicht unter Linux zur Verfügung. Sie müssen zusätzlich installiert werden. Vergisst man diese Tatsache, dann werden Linuxstandardschriften als Ersetzungsschriftarten verwendet und das Layout ändert und die Umbrüche verschieben sich. (Das gleiche passiert auch unter verschiedenen Windows oder Mac-Systemen - die verwendeten Schriftarten müssen stets im System installiert sein, damit sie vom Dokument verwendet werden können. Das Problem ist also überall gleich!) Aber man kann ja Schriftarten in das Dokument einbetten und mit abspeichern. Nur ehrlich - wer macht das schon? Und unter Linux funktioniert das nicht, weil die Schrift wirklich im System erst installiert werden muss. Also hier ein generelles Achtungszeichen.
Wer auf die wirklich guten Vorlagen aus StarOffice verzichten kann und wer dafür auf gute Distributionen, z. B. von Novell/SuSE baut, erwirbt mit dem dort zugehörigen OpenOffice ein wirklich starkes Office-Paket für Null Kosten, mit dem man auch gut zwischen den Office-Welten bummeln kann.
Als Beweis für die Möglichkeiten von StarOffice/OpenOffice Version 2.x, hänge ich mal eine Tabellenkalkulation an, die der eine oder andere sicher verwenden kann. In der Anwendung verzichtet sie absichtlich auf Macros. Auch musste ich bei den Funktionen und bedingten Formatierungen einige Klimmzüge machen. So kennt MS Office z. B. die Funktion ISTFORMEL() nicht. Zugegeben, ich habe länger gebraucht als gedacht, um eine voll funktionierende Kompatibilität zwischen MS Office und OpenOffice herzustellen, aber es sollte nun halbwegs komfortabel funktionieren.
Fahrtenbuch de luxe
Zum Anliegen und Sinn meines “Fahrtenbuch de luxe”, kann man hier weiterlesen…
Die Datei Fahrtenbuch-leer.xls sollte vielleicht in Fahrtenbuch2006.xls umkopiert werden. Das XLS-Format wählte ich, weil StarOffice/OpenOffice-User damit klar kommen und MSOffice-User sowieso. Umgekehrt wäre es nicht möglich, die Datei von beiden Systemen bearbeiten zu können.
Der fachliche Hintergrund:
Neue Regelungen im Steuerrecht (wenn ich das richtig verstanden habe - Angaben ohne Gewähr!) erlauben selbst die Anwendung der 1%-Regelung bei den Firmen-Kfz nur, wenn gegenüber der Finanzbehörde nachgewiesen werden kann, dass das Fahrzeug zu mehr als 50% geschäftlich genutzt wird. Eigentlich konnte man bisher die Regelung nutzen, um sich den Aufwand mit dem Fahrtenbuch zu sparen. Jetzt zwingt einen diese Neuregelung defacto doch, ein Fahrtenbuch zu führen, obwohl es dann eigentlich nicht zur Anwendung kommt bzw. nur, um die mehr als 50%ige geschäftliche Nutzung nachzuweisen. Irre, nicht wahr? An ein ordentliches Fahrtenbuch werden aber bestimmte Anforderungen gestellt. Genau die, z.B. das echtzeitliche, möglichst handschriftliche und nicht korrigierbare Aufschreiben, macht das Fahrtenbuch so penetrant. Laut Info meines Steuerberaters muss ich also mit meinem Pseudo-Fahrtenbuch nur glaubhaft die mehr als 50%ige geschäftliche Nutzung nachweisen. Deswegen werden die Finanzbehörden als Nachweis auch Aufzeichnungen zulassen, aus denen genau der Sachverhalt glaubhaft hervorgeht. Das bedeutet, für die 1 %-Regel kann ich auch einen Nachweis vorlegen, der Standardfahrten definiert. Beispiel: Ich fahre jeden Tag in mein Büro, der Gastwirt fährt jeden Tag zum Einkauf in den Großhandel, die Fahrt zu den Kunden Meier, Müller, Lehmann sind stets die gleichen - an diesen und jenen Tagen war ich dort. Und so weiter.
Für genau diesen Zweck habe ich das “Fahrtenbuch de luxe” gemacht. Es ist also kein richtiges Fahrtenbuch - es dient nur zur Erfassung der Fahrten, damit klar ist, dass ich das Fahrzeug zu mehr als 50% geschäftlich nutze.
So kann man in einem Tabellenblatt alle Standardfahrten (Code 1 - 100) erfassen, wobei ab Code 80 die Fahrten als Privatfahrten gewertet werden. Im eigentlichen Fahrtenbuchteil genügt es, dann den Code einzugeben. Außerdem können natürlich auch individuelle Fahrten eingegeben werden, wobei man entweder die gefahrenen Kilometer oder den Endkilometerstand einträgt. Alle Kosten können erfasst werden. Eine Summmierung und Auswertung von Teilergbnissen erfolgt automatisch und kann per Aut-Filter-Auswahl selektiert werden. Eine Überschreitung von Budgetgrenzen oder Mehr-Minderverbräuche etc. werden automatisch farblich hervorgehoben. Eine Kurzanleitung steht auf dem Hauptabellenblatt.
Die Nutzung erfolgt auf eigene Verantwortung ohne Ansprüche auf Gewährleistung oder Schadenersatz gleich welcher Art.
Viel Spaß.
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