Politik > Wirtschaft
Die “kranke” Bundesagentur für Arbeit
Christoph Scherbaum am 7. June 2006.
Es ist einfach eine grandiose Meldung gewesen:
Wegen ungewöhnlich häufiger Krankmeldungen ihrer Mitarbeiter muss die Bundesagentur für Arbeit (BA) rund 15 Prozent aller Beratungsgespräche für Arbeitslose verschieben.
Dies berichtet eine große deutsche überregionale Tageszeitung.
Es ist doch fantastisch: In diesem Land wird man derzeit schneller HartzIV-Empfänger als man denkt, man geht dann zur BA und dort muss man sich anschließend mit Geduld anhören, “Ihr betreffender persönlicher Berater ist leider nicht im Hause, kommen Sie ein Woche später noch einmal oder senden Sie ihm doch ein Mail”. So oder so ähnlich…
Kann das sein? Es gibt Menschen, Arbeitslose in diesem Land, die wirklich wieder eine Stelle wollen. Sie WOLLEN ARBEITEN, doch die Bürokratie, hier die BA, muss erst einmal mit einem Krankenstand von sage und schreibe durchschnittlich 14,7 Prozent fertig werden, um dann die restlichen mehr als 4,5 Millionen Arbeitslosen zu managen.. Ohne Worte eigentlich.
Diese gleichen 14,7 Prozent erzählen aber einem HARTZIV-Empfänger, dass er doch in seiner zu teuren Wohnung, in der die Betriebskosten und Mietkosten steigen werden, Sparbirnen einsetzen soll und Wasserhähne nicht tropfen sollen… Wieder ohne Worte…
Ein CDU-Bundestagsabgeordneter sagte anscheinend laut dem aktuellen Pressebericht, dass wenn von 90.000 Mitarbeitern der BA permanent 17.000 aus Krankheitsgründen nicht zur Arbeit erscheinen, dieses erhebliche Auswirkungen auf die Kernaufgaben der BA habe. Die BA müsse jetzt die Gründe für die hohe Zahl der Krankheitsfälle erforschen. Super Idee! Vielleicht stellen sie ja dafür wieder ein paar Leute mehr ein…
Just Info: Der Krankenstand in der bundesdeutschen Wirtschaft hatte im vergangenen Jahr mit 3,3 Prozent einen historischen Tiefstand erreicht…
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#1. October 4th, 2006, at 7:31 PM.
Ich selbst habe meine “Erfahrungen” mit der Bundesagentur für Arbeit in München gemacht. Mein Benachrichtungsschreiben bekam ich gleich in 16-facher Ausführung. Dabei war ein und der selbe Ausdruck 16x in ein Kuvert gestopft. Der Brief war natürlich schwerer als eine normale Briefsendung (aber das vollautomatische frankieren klappt anscheinend). Ich kann mir dies nur mit einem technischen Fehler erklären. Da aber solche “EDV-Pannen” i.d.R. gern in Rudeln auftreten, möchte ich mir garnicht ausmalen wieviele Münchner ihr Altpapier vom Arbeitsamt frei Haus bekommen. Von den Portokosten ganz zu schweigen.
Ich habe jetzt 2 Schreiben so erhalten. Ich warte noch bis zum dritten bevor ich bescheid Sage (mein Sohn arbeitet gern mit Pappmache)