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Katastrophenalarm vor der WM: Flasche fehlt
Jörg Eschenfelder am 7. Juni 2006.
Das hat ja gerade noch gefehlt. Zwei Tage vor Beginn der Fußball-WM diese Horrormeldung. Nein, nicht die, daß Michael Ballack verletzt ist. Damit kann ich als Fan des FC Bayern noch leben. Immerhin mussten die Bayern in dieser Saison oft genug auf Ballack verzichten und haben — wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt — ohne ihn nie verloren. Auch so kann man Weltmeister werden…..
Nein, was viel schlimmer ist: Dem offiziellen deutschen Bierlieferanten gehen schon vor der WM die Flaschen aus. Die Brauerei kann ihren Gerstensaft nicht mehr abfüllen!
Tja, da hat sich wohl jemand gründlich verrechnet. Ob das die Brauerei war, sei einmal dahingestellt. Aber zumindest werden sich einige fragen müssen, ob die Kommerzialisierung solcher Großveranstaltungen und die Beschränkung auf einige wenige Exklusiv-Lieferanten noch Sinn macht. Denn dies ist ja nur eine andere Form der Planwirtschaft, an der schon halb Europa zugrunde ging.
Wenn die FIFA-Männerriege bestimmt, wer zu welchen Preisen für und mit der WM werben darf, der schaltet in diesem Bereich den Markt aus und führt zu einigen absurden Situationen, die auch den Werbenden nicht unbedingt gefallen dürften: Bitburger, die um leere Flaschen betteln müssen; oder Hyundai, die auf Bussen mit dem Mercedes-Stern werben. Und schon ist der gewünschte Werbeeffekt zumindest beeinträchtigt.
Ob diese Kommerzialisierung und Reglementierung, die auch für viele negative Schlagzeilen gesorgt hatte, dem Sport förderlich ist, darf hinterfragt werden. Allerdings fördert sie auch Kreativität, wie der bayerische Weißbier-Hersteller Erdinger bewiesen hat. Not macht eben auch erfinderisch.
Aber zum Glück geht es am Freitag endlich los. Dann steht der Sport wieder im Vordergrund, dann liegt die Wahrheit auf dem Platz, dann muß das Runde in das Eckige und das Flüssige ins Trockene. Bleibt nur zu hoffen, daß die Zuschauer anschließend ihre leeren Flaschen auch möglichst schnell wieder zurückbringen. Sonst droht eine WM auf dem Trockenen. Die Beschwerdebriefe dann aber bitte nicht an die Brauerei, sondern an die FIFA adressieren.
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