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Spielzeugrückrufe - nur Spitze des Eisbergs!
Peter Schulze am 6. September 2007.
Wenn gegenwärtig in China produzierte Spielzeuge eines sehr großen Herstellers weltweit zurückgerufen werden müssen, weil sie gesundheitsgefährdende Substanzen enthalten, so ist das nur die Spitze eines sehr gefährlichen Eisbergs - stellen doch diese Produkte nur einen geringen Prozentsatz der gesamten in China gefertigten Produkte dar.
Die sich daraus ergebende Frage ist also: Wo werden noch gesundheitsgefährdende Substanzen in Produkten aus China auf dem Markt existieren, von denen bisher keiner so richtig weiß, dass sie darin sind. “Kreisel”-Importe über zig andere Länder (z. B. Afrika) lassen die Herkunftsspuren verwischen. Und es sind ja auch nicht nur Produkte aus China betroffen. Schauen Sie sich mal in Ihrer persönlichen Arbeits- und Lebensumgebung um! Die Kleidung, die Sie tragen: Warum klagen Verkäuferinnen von Textilshops über Kopfschmerzen und Allergien? Der Fußbodenbelag: Warum stinkt der eigentlich nach einem halben Jahr immer noch? Die Fernseher, Handys, Computer, Monitore: Warum habe ich in meinem Büro ständig Kopfschmerzen?
Und genau genommen, haben ja die Chinesen keine Schuld, sondern die Hersteller, die ungeprüft und vielleicht auch skrupellos aus Gründen des Profits die Produkte herstellen lassen und vertreiben.
China ist doch nur der Sündenbock, der nun geopfert werden soll für ein Problem, was schon immer existiert hat. Billigst produzieren und teuer verkaufen passt eben nur dann zusammen, wenn alle sinnvollen Vorschriften des Verbraucherschutzes auch eingehalten und von unabhängigen Verbraucherschutzeinrichtungen wiederholend kontrolliert werden. Bloß ist dann der Profit nicht so groß …
Besonders verlogen ist auch die Darstellung (und da haben die Medien leider auch einen negativen Anteil dran), dass einerseits im Kinderspielzeug das Gift gefährlich ist, sich aber andererseits niemand um die Kinder (und Erwachsenen) kümmert, die das Gift tagtäglich und oft unter Missachtung jeglicher Arbeitsschutzbestimmungen auf die Spielzeuge verbringen. Die Rückrufaktionen werden damit zwar das giftige Spielzeug aus den Kinderzimmern verbannen, aber die Sauerei bei den Herstellern geht weiter.
Hier muss endlich ein weltweit funktionierender Verbraucherschutz und betreffende Bestimmungen her. Und die Öffentlichkeit muss weiter sensibilisiert werden.
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