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GdL-Streik oder Energiepreise - Wer bedroht die Wirtschaft mehr?

Peter Schulze am 19. Oktober 2007.

Die Schlagzeilen  der Medien werden vom Streik der Lokführer bestimmt - ein idealer Zeitpunkt, dem Volk eine Meldung unterzuschieben, die weit wichtiger ist: Die angekündigten Energiepreiserhöhungen! Sie werden viel mehr und länger schmerzen, als die ausgefallenen Zugverbindungen!

Die alte Arbeitskampflosung “Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will!”, erhält dieser Tage bildlich gesprochen, eine völlig neue Dimension. Nachdem die Gewerkschaft der Lokführer GdL die Warnstreiks auf den Nahverkehr besonders schmerzhaft werden ließ, weil die Vorankündigung nur kurzfristig kam und so die Bahn nicht mehr mit Ersatzplänen reagieren konnte, droht sie nun mit der Ausdehnung der Streiks auf den Güterverkehr. Das kann sie zwar erst, wenn dazu eine Gerichtsentscheidung herbeigeführt wird, aber allein die Drohung, dass man den Gerichtsweg beschreiten wird, um die Arbeitskampfmaßnahmen auch auf den Güterverkehr auszudehnen, löst insbesondere bei der Industrie eine gewisse Panik aus.

Die Frage ist nun für mich: Ist das noch zu vertreten? Und ich suche nach Vergleichen, um gerecht zu sein.

Ich denke an die angekündigten und völig überzogenen Energiepreiserhöhungen der Energiekonzerne, die ihre Vormachtsstellung ausnutzen und damit die deutsche Wirtschaft viel mehr gefährden, als die streikenden Lokführer. Warum schreitet da der Staat nicht ein und verfügt per Gerichtsbeschluss, dass das nicht zulässig sei? Die Energiepreiserhöhungen belasten ja nicht nur die privaten Haushalte, sondern besonders auch die Wirtschaft! Klein- und Mittelstand, aber selbst die Industrie, die ja besonders energiehungrig ist, können kaum noch vernüftig kalkulieren! Reicht nicht schon der starle Euro, der die Exportnation Deutschland belastet, werden nun noch Energiekosten zum zusätzlichen Bremsklotz. Und das betrifft ja nicht nur den Export, sondern auch den gesamten Binnenmarkt!

Nicht der Streik der Lokführer ist für mich das Problem, sondern eine Energie-Mafia, die sich dank falscher Energiepolitik durch mangelnden echten Wettbewerb, ungehemmt bereichern kann. Aber an die “Großen” traut sich keiner ran! (Schauen Sie sich mal die Vorstände  und Aufsichtsräte an und Sie werden viele ehemalige Politiker dort wiederfinden.) Da kommen die kleinen armen Teufel Lokführer gerade Recht, um das Thema Energiepreiserhöhung unter den Schlagzeilen dem Volke unterzujubeln! Jetzt ist aber wirklich genug!

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