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PKW-Maut gerechter als Spritsteuer?

Peter Schulze am 22. November 2007.

Als ich vor einem Jahr einen Blog-Artikelschrieb; “Die PKW-Maut wird kommen!”, da hat man mir zweifelnde (z.T. auch verzweifelte) Blicke zugeworfen.

Nun stellt sich der bayerische Ministerpräsident Beckstein wirklich vor, statt Benzinsteuer eine PKW-Maut einzuführen. Doch ist sie wirklich gerechter, wie er behauptet? Oder will er sich in seiner Startphase mit solchen Thesen nur profilieren?
(siehe auch n-tv.de-Artikel vom 22.11.07 unter http://www.n-tv.de/882911.html)

Nunja - neu ist der Gedanke ja nicht. Allein die Aussage, dass sich diese schon ab 9000 Kilometer rechnen würde, wage ich zum ersten zu bezweifeln und zum zweiten drückt diues doch genau die Ungerechtigkeit aus. Denn Vielfahrer wären damit belohnt und Wenigfahrer bestraft.

Wenigfahrer sind zumeist Rentner, aber auch Personen aus weniger finanzkräftigen Einkommensschichten, ganz einfach, weil sie sich Autofahren sowieso nicht leisten können. Aber diese sollen nun laut Becksteins Vorschlag durch die pauschale Jahresmaut mehr zur Kasse gebeten werden.

Auch wenn, wie Beckstein meint, die berufstätigen Pendler damit u. U. wirklich Vorteile hätten, finde ich die vorgeschlagene Lösung keinesfalls gerechter. Denn selbst da, wären einige noch schlimmer dran, als sie es jetzt schon - nach Kürzung der Pendlerpauschale - sind.

Wie viele berufstätige Menschen fahren nämlich bei uns in Deutschland unter 20 Entfernungskilometer zur Arbeit! Bei 220 Arbeitstagen sind das 8800 Fahr-km, also unter 9000 km!! Doch ab da fängt ja die Einsparung angeblich erst an! Und je weniger man zur Arbeit fährt, desto ungünstiger wird die Rechnung! Oft fahren in den Familien zwei oder mehr Autos zur Arbeit (Papa, Mama, im Haushalt lebendende erwachsene Kinder). Private Fahrten (Urlaube, Verwandtenbesuche) dagegen, werden in den Familien meist aber dann nur mit einem Fahrzeug gemacht (Papa-Auto), während das Mama-Auto vielleicht noch gerade so zum Einkaufen im Kaufcenter vor der Stadt benutzt wird. Solche Zweitautos erreichen also sehr selten den “break-even”, müssen also draufzahlen.

Diese einfache pauschale PKW-Maut wäre also definitiv ungerechter!

Und an der Stelle frage ich mich: Sind unsere Politiker schon so weit vom “normalen” Leben entfernt, dass sie diese Rechnungen nicht mal selber machen können? Oder werden sie falsch beraten? Oder steckt sogar Absicht dahinter? Wie sonst ist zu erkären, dass der oben genannte break-even bei Becksteins Vorschlag gerade über dem 20sten Entfernungskilometer liegt?

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2 Kommentare

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#1. Dezember 4th, 2007, at 11:56 AM.

Interne (!) Erhebungen internationaler Mineralölkonzerne gingen bereits Anfang der ‘90-er Jahre (!) davon aus, dass sich bis zu einem Preis von
ca. DM 4,00 - 4,50 am Verbraucherverhalten nichts Wesentliches ändern wird. Insofern hat der ADAC mit seinem Kommentar im n-TV-Bericht meine Zustimmung. Herr Beckstein und Kollegen sind naiv.
Eine Entlastung des Verbrauchers in diesem Bereich ist eine Show-Veranstaltung!!!!
Die Vignette/Maut für die Autobahnen (alle Kfz) und ausgesuchte Maut-Landstraßen (LKW) muss her. Ergänzt um die Erhöhung der Flugbenzin-Steuer und fertig wäre ein Paket, welches nicht primär die Kostenentlastung des einzelnen Verbrauchers (zu Gunsten der Mineralölindustrie), sondern die Entlastung der Umwelt und Schonung der Energie-Reccourcen unterstützen könnte. Zumindest hätte der Staat mehr Geld in der Kasse. Für was auch immer. Die Hoffnung stirbt ja relativ spät.
Mit besten Güßen
Jörg Niederhagen

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#2. Dezember 11th, 2007, at 8:23 AM.

hallo herr niederhagen,

wie unsere politiker haben auch sie in sachen gerechtigkeit einen wesentlichen aber entscheidenen punkt vergessen oder weggelassen und der heisst tanktourismus. hier ist die wirkliche ungerechtigkeit zu finden, den an ca. 5000 km grenzgebieten wird keine ökosteuer, keine mineraloelsteuer und keine mwst gezahlt. steuerverlust ca. 6 mrd euro.
und, wer keine autobahn benutzt, braucht auch nicht die gebühr zahlen, für urlaubsfahrten könnte ein monatsticket gekauft werden. bei dieser regelung zahlen alle, auch die hunderttausende transitfahrer aus dem ausland. also, nochmal nachdenken!!! mfg achim mommers

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