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Wie hoch ist die Inflation in Deutschland wirklich?

Peter Schulze am 11. Dezember 2007.

Da bilde ich mir immer ein, dass ich in politischen und ökonomischen Fragen nicht ganz ungebildet bin und da wird man nahezu am Boden zerschmettert, wenn man erfährt, dass man jahrelang etwas Falsches geglaubt hat. Aber mal von Anfang an:

Ich wollte einen Blog-Artikel zum Thema Inflation in Deutschland schreiben. Weil ich in Dingen, in denen ich mich nicht ganz sicher fühle, lieber einmal recherchiere, bevor ich irgendwelchen Blödsinn schreibe, habe ich mich bei Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Inflationsrate zum Begriff Inflationsrate informieren wollen. Und da erlebte ich den ideellen Niederschlag:

Ich musste erfahren, dass ich jahrelang das Falsche glaubte, denn die offzielle Inflationsrate (die an einem typischen Warenkorb ermittelt wird) beinhaltet keine Kosten für Energie und Kraftstoff!!!

Ich war absolut platt!
Zu DDR-Zeiten gab es einen politischen Witz:
Nenne die drei Steigerungsformen der Unwahrheit!
1. Lüge -> 2. Meineid -> 3. Statistik!

Da tun die Politiker immer rummosern, dass die Inflation gar nicht so hoch wäre, wie man denkt und sie führen die so genannte “gefühlte” Inflation als Argument an.

Na Hallo? Was brauchen wir denn wirklich jeden Tag? Natürlich, neben den Nahrungsmitteln und den Kosten für den Wohnraum und Bekleidung, brauchen wir Energie und Kraftstoff! Das macht in meinem monatlichen Budget geschätzte 10 bis 15 Prozent der gesamten monatlichen Lebenshaltungskosten aus. Und ich bin kein Berufspendler!
So, und nun rechnen Sie mal zu den durchschnittlich 2,2 bis 2,5 Prozent offizielle Inflationsrate noch die mehr als 9 bis 12 Prozent Steigerung für die Energie und die bis zu 25 Prozent Preissteigerung bei den Kraftstoffen hinzu und ergänzen Sie diese Zahl um den prozentualen Anteil des finanziellen Verlustes durch das Streichen der Pendlerpauschale, die erst ab den 21. Entfernungskilometer zum Ansatz kommen soll!!!

Teilen Sie diese Zahl unserem Wirtschaftsminister auf einer Pressekonferenz mal mit, warten Sie seine Antwort ab (bestimmt so was wie: “… ist doch nur gefühlte Inflation….!”) und versuchen Sie dann tief durchzuatmen und ruhig zu bleiben!

Zum Vergleich: Der wirtschaftliche “Aufschwung” kam bei den Arbeitnehmern gerade mit durchschnittlichen 0,4 Prozent Lohn-und Gehaltssteigerungen an!

Und da fragen wir uns, warum es Kaufzurückhaltung gibt, warum die Binnenachfrage nicht steigt, warum die Geschäfte zu Weihnachten schlecht laufen?

Wie ich schon an anderer Stelle einst schrieb: Energie ist MACHT!

Reagiert der Staat nicht und senkt er nicht die Steuern auf Energie und Kraftstoff, MACHT er die Wirtschaft in Deutschland kaputt, denn diese basiert momentan fast nur auf einer leistungsstarken Exportwirtschaft. Eine Rezession in den USA ist jedoch nicht auszuschließen und was hat dann Deutschland noch?

Haben Sie eine eigene Meinung?

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4 Kommentare

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#1. Dezember 14th, 2007, at 7:07 PM.

In der Tat, es sieht nicht gut aus. Welches Land auf der Erde besteuert Wärme (Heizenergie) in diesem Maß? Wo kosten elemantare Grundbedürfnisse mehr? Die Rechtfertigung, daß der Staat "handlungsfähig" zu sein hat, erübrigt die Antwort. Die uneingeschränkte "Öffnung der Märkte" hat zum Zoll an den Bürgern geführt. Der diktierte europäische Gedanke reines Verwaltungsinstrument. Wer sich am Feuer wärmen darf, muß angeblich globalisieren, koste es was wolle. Die Vorgaben sind getäuscht. Die Deutschen und die Menschen in Öl expotierenden Ländern haben jedoch erheblich innere Werte auszutauschen, schon wie seit Jahrtausenden üblich, wenn sie diese Geschäfte in eigner Regie ausführen. Energie ist nicht nur Machtgarant, sondern auch Grundlage zum Dialog. Es kommt auf die Beredsamkeit an und nicht auf militärische Gewalt. Handel und Wandel waren schon immer global. Die jetzige Politik ist gescheitert, mit schlimmen Auswirkungen für uns in Form von übler Teuerung, deren Auswirkungen sich eben nicht in Prozentpunkten ausdrücken läßt. Mit dem Ölpreis steigt die soziale Kälte. Grund genug für einen Sozialstaat diesen Preis nicht zu zahlen und das Öl generell von der Steuer zu befreien. Dann sinkt der Preis und sinnlose Kriege können auch nicht mehr finanziert werden.

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#2. Dezember 14th, 2007, at 7:50 PM.

Davon abgesehen, dass die primären Energiekosten sehr wohl Bestandteil des Warenkorbs sind, im Gruppe vier der in den Warenkorb aufgenommenen Konsumartikel; und davon agesehen, dass Gruppe vier sehr stark gewichtet ist (genauer: fast ein Drittel des Warenkorb-Gewichts ausmacht…) - die Energiekosten sind bereits in den Preisen des Warenkorbs berücksichtigt, Herr Schulze, zumindest konzeptuell: für Herstellung und Transport der im Warenkorb enthaltenen repräsentativen Waren.

Zwar schlagen dadurch die Veränderungen der Rohenergie-Preise erst um einige Monate verzögert auf den Warenkorb durch, aber das gilt i) auch für einen Großteil der Energiekosten (z.B. für einen großen Teil der Bundesbürger/innen die Strom- und Heizkosten auf Jahresbasis via regelmäßiger konstanter Abschlagszahlungen) und ii) auch für die Auswirkungen der Preisveränderungen von Warenkorb-Artikeln (z.B. für Bekleidung oder Personenbeförderung).

Außerdem ist gerade der in Ihrer Stellungnahme vermisste Bereich des Verkehrs im Warenkorb berücksichtigt, als Gruppe sieben, mit einem Anteil von immerhin einem knappen Siebtel des Warenkorbgewichts.

Sollten Sie dennoch den bei der Konzeption des Warenkorbs berücksichtigten Anteil der Energiekosten für zu niedrig halten, wäre also eine deutlich andere Argumentation erforderlich, Herr Schulze.

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#3. Dezember 14th, 2007, at 9:44 PM.

In der Tat, es sieht nicht gut aus. Welches Land auf der Erde besteuert Wärme (Heizenergie) in diesem Maß? Wo kosten elementare Grundbedürfnisse mehr? Die Rechtfertigung, daß der Staat "handlungsfähig" zu sein hat, erübrigt die Antwort. Die uneingeschränkte "Öffnung der Märkte" hat zum Zoll an den Bürgern geführt. Der diktierte europäische Gedanke reines Verwaltungsinstrument. Wer sich am Feuer wärmen darf, muß angeblich globalisieren, koste es was wolle. Die Vorgaben sind getäuscht. Die Deutschen und die Menschen in Öl exportierenden Ländern haben jedoch auch innere Werte auszutauschen, schon wie seit Jahrtausenden üblich, wenn sie diese Geschäfte in eigner Regie und Rechnung ausführen. Energie ist nicht nur Machtgarant, sondern auch Grundlage zum Austausch und Dialog. Es kommt dabei auf die Beredsamkeit, Charisma und Überzeugungskraft an und nicht auf militärische Gewalt. Handel und Wandel waren schon immer global. Die jetzige Politik ist nach außen und innen gescheitert, mit schlimmen Auswirkungen für uns alle in Form von übler Teuerung (3 Brötchen - 1 eu ), deren Auswirkungen sich eben nicht mehr nur in zweistelligen Prozentpunkten ausdrückt. Mit dem Ölpreis steigt die soziale Kälte. Grund genug für einen "Sozialstaat" diesen Preis nicht zu zahlen und das Öl generell von der Steuer zu befreien.Uneingeschränkte Mobilität mit nichtgepanschten Kraftstoffen hebt die Natur sicher nicht aus den Fugen. Verbrennungen in großvolumigen Motoren verbrennen nahezu schadstofffrei. Den Rest besorgen üppige Wälder und Pflanzen. Es gibt in der Natur keine "Schadstoffe". Es gibt nur in Fabriken unsachgemäß hergestellte giftige Chemikalien, die wir alle nicht brauchen und die wg. der sog. Produkthaftung gar nicht auf den Märkten sein dürften…so wie chines. Strickjacken aus ollen Plastiktüten von hier. Dann sinkt dieTeuerung wieder- und sinnlose Kriege brauchen auch nicht mehr finanziert werden. Vielleicht sogar noch aus Umweltfonds…

Get your own gravatar by visiting gravatar.com meckerer
#4. März 3rd, 2008, at 7:03 PM.

Meiner Meinung nach machen die Kraftstoff- und Energiepreise
vor allem die Privathaushalte kaputt, der Niedergang der Wirt-
schaft ist wohl auch mit noch so horrenden Preisen nicht hinzu-
kriegen. Ich frage mich, wie viele Menschen überhaupt bemerkt
haben, wie wenig ein Leben in Deutschland noch wert ist. Ich
glaube, die meisten haben den Knall noch nicht gehört. Das
zumutbare Mass der diktatorischen Tendenzen in Deutschland
ist seit Jahren weit überschritten, doch niemand kann etwas
dagegen tun. Vereinfacht gesagt : Irgendwann wurde in Deustschland
das Recht, zu (über-)leben abgeschafft, ich weiss nur nicht, wann.

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