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Härtere Strafen gegen Jugendgewalt sind keine Lösung
Peter Schulze am 8. Januar 2008.
Manchmal staune ich, wie naiv die großen Parteien im Wahlkampf, Themen hochpuschen, nur damit sie sich in der Öffentlichkeit profilieren. Und nun glaubt die CDU, mit den Forderungen nach härteren Strafen gegen jugendliche Gewalttäter als Wahlkampfdebatte punkten zu können. Dabei bekämpfen sie die Gewalt mit Repressalien anstatt die Ursachen zu bekämpfen.
Ich möchte voran stellen, dass auch ich nicht gegen Strafen bin - wer gegen Gesetze verstößt, soll dafür büßen müssen. Nur bin ich der Meinung, dass Verbrechen sich nicht durch härtere Strafen verhindern lassen.
Die Ursachen für Verbrechen und Kriminalität sind doch bekannt: Arbeits- und Perspektivlosigkeit, kein Vertrauen in die Politik und Wirtschaft, Ausgrenzen von Leistungsschwächeren bis hin zu mangelndem Selbstvertrauen, ersetzt durch Misstrauen gegenüber allem, was von offizieller Seite kommt.
Das sind die Ursachen nicht allein, aber es sind die Hauptursachen. Und wenn es sich nicht lohnt, auf ehrliche Art und Weise Geld und Ansehen zu erwerben und es einfacher ist, sich durch Betrug und andere Kriminalität durchs Leben zu schleichen und wenn diese Leute dann noch sehen, wie die Politiker Wasser predigen und Wein saufen, Lug und Trug in der Wirtschjaft in den obersten Kreisen Gang und Gäbe sind, dann versuchen es die kleinen Ganoven eben auch mal so, wie die großen es zu tun. Und in Ermagelung von Möglichkeiten, scheint Gewalt (als nur eine Darstellungsform von Kriminalität) dann die einfachere Lösung. Wer bestraft denn die psychische Gewalt, die indirekt ausgeübt wird, wenn durch Missmanagement Unternehmen und damit viele Familien ruiniert werden? Diese Manager kassieren nicht selten zur Belohnung noch millionenschwere Abfindungen!
Ich denke, wir haben in unserem Land genug Mittel und Möglichkeiten und vor allen Dingen auch die richtige Rechtsgrundlage, um jede Form von Kriminalität und Verbechen, egal in welchen Altersklassen oder sozialen Schichten wirksam zu bekämpen - nämlich dann, wenn man zuerst die Ursachen bekämpft und gleichermaßen alle Mittel konsequent ausschöpft und anwendet.
Die Politiker sollten endlich aufhören, Erscheinungen zu thematisieren und sich lieber den wirklichen Themen zuwenden. Aber offensichtlich fällt es der CDU schwer, sich den brennenden Themen der Wirtschaft, sozialer Gerechtigkeit und Wohlstand für alle Bürger des Landes zu widmen. An der Oberfläche zu plätschern und populistisch Wählerstimmen zu erheischen wird ihr, aber auch den anderen Parteien nichts nützen - hoffe ich mal.
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