Umwelt & Energie
Wird Deutschland ohne Atomenergie auskommen?
Peter Schulze am 9. Januar 2008.
Die Grünen verlangen, lt. Meldung vom 09. Januar 2008, eine zusätzliche Steuer auf Brennelemente. Atomstrom müsse teuerer gemacht werden, um die Anreize auf alternative Energien zu erhöhen. Dahinter steckt kein “grüner” Fanatismus, sondern klare ökonomische Belange. Denn durch die Einführung der Emissionszertifikate, wurde plötzlich Energie aus Kohlekraftwerken wesentlich teuerer. Um nun die Gerechtigkeit wiederherzustellen, müsse nun Atomenergie auch teuerer gemacht werden.
Das ist zwar meiner Meinung nach richtig, aber hätte man das nicht schon vorher wissen müssen?
Ist nicht diese gesamte “Regulierung” oder überhaupt die deutsche Energiepolitik widersinnig geworden?
Da fördert man mit Millionen “alternative” Energien, deren Effizienz und wahre Energiebilanz in Fachkreisen umstritten sind, bestraft “Energiesünder” mit Emissionszertifikaten und “vergisst” dabei die böse Kernenergie!
Wann schafft es endlich die Politik, losgelöst von Parteiinteressen und frei von Lobbyismus der Energiekonzerne, mal wirklich die Spezialisten an einen Tisch zu setzen und die Energiepolitik gemessen an Deutschlands Bedarf und unter Beachtung der Möglichkeiten Deutschlands zu analysieren und neu zu ordnen? Hier geht es doch um eine strategische Ausrichtung und nicht mehr um parteipolitisches Kalkül!
Die Frage, die ich mir immer wieder stelle, ist: Wird Deutschland ohne Atomstrom in Zukunft auskommen können? Ich würde es mir wünschen - es wäre so beruhigend. Aber ist das auch realistisch?
Wenn unsere Bundeskanzlerin unserer Wissenschaft und Forschung zutraut, ja geradezu von ihnen fordert, neueste umweltverträgliche Technologien zur Energieerzeugung aber auch zur Energieeinsparung und Erhöhung der Energieeffizienz zu finden, warum sollte dann dies den Bereich der Atomenergie nicht betreffen? Kann man nicht auch Atomstrom sicherer machen? Schließlich gibt es keine Energieform, die effizienter ist!
Haben Deutschlands Wirtschaft und damit Deutschlands Menschen in 20, 30 Jahren noch eine Chance im Vergleich zu anderen Ländern, wenn bei uns die Energie durch weitere Auflagen immer teuerer wird? Sind wir dann zwar umweltpolitisch die Besten, aber wirtschaftlich am Ende?
Eine leistungsstarke Wirtschaft braucht auch Energie zu vernüftigen Preisen! Und wenn in absehbarer Zeit, Gas und Öl für uns immer unbezahlbarer, weil knapper werden, womit betreiben wir dann die Maschinen, womit heizen wir dann?
Wie absurd das Ganze langsam wird, kann man auch an einem Beispiel aus dem vorwiegend privaten Bereich sehen: Da haben viele Eigenheimbesitzer aber auch kleinere, meist landwirtschaftliche, Betriebe auf Holzfeuerung umgestellt. Immerhin handelt es sich um einen nachwachsenden Rohstoff der nahezu eine neutrale Energiebilanz aufweist. Und was machen unsere “Experten”? Sie verlangen jetzt die Einführung einer Steuer oder Abgabe auf diese Feuerungsanlagen, weil sie ja die Luft verschmutzen! Es sei denn, man baut Filter und Katalysatoren ein. Diese kosten bei der Herstellung zwar viel mehr Energie, als sie jemals an Rauchgas durchleiten werden und machen die Energie wieder unrentabel, aber das macht ja nichts - wir sind ja sooo grün!
Haben Sie eine eigene Meinung?
Weitere Beiträge zum Thema Umwelt & Energie bzw. Beiträge von Peter Schulze.
- [+] Digg: Feature this article
- [+] Del.icio.us: Bookmark this article
- [+] Furl: Bookmark this article





#1. Januar 12th, 2008, at 1:02 AM.
Die Energieunternehmen werden und wollen nicht die Fragen der "sozialen" Energieverteilung übernehmen. Hier zählt nur letztlich der Verkaufspreis. Da Energie jedoch Allgemeingut ist, für die Daseinssorge außerdem vorrangig ist, meinten die Berater des modernen Staates den Weg über eine völlig verantwortungslose Eingriffsmöglichkeit- die Besteuerung der Energie gefunden zu haben. Der Bürger kann ja, in Energienot geraten, Hartz 2 beantragen. Und erhält den Zuschuß. Mit dieser absurden Primärsteuer sollen die Vermögen des Mittelstandes verheizt werden!! Das Märchen vom sauberen und grünen Deutschland in der Zukunft sollen sich nur alle abschminken. Böden und Gewässer sind in den letzten 50 Jahren auf beinahe ewig kontaminiert worden. Das sind tickende Zeitbomben. Mit absurdem Energie/Finanzaufwand produziertem Sondermüll ( kurzlebige Waren/Bauwerke/Einrichtungen wie Krankenhäuser/Fahrzeuge). Deswegen bergen die A- Kraftwerke im wahrsten Sinne noch ein heißes Eisen dazu, in sich. Austretende Strahlung berührt nun das Allgemeingut Leben in allzu peinlicher Weise jetzt und sofort und es finden sich keine finanzstarken Versicherer mehr, die dem Staate, in Sorge um die Gesundheit seiner Bürger (Feinstaub/Rauchverbot/Heizverbot) diese unangenehme Last abnehmen wollen. Die Versicherungssumme im Schadensfall ist eine groteske Lachnummer, die kein seriöser Staat auf dieser Erde für das Wohl seiner Bürger heute mehr zulassen kann.Es sei denn, er plädiert auf einmal wieder für eine staatliche Versicherung. Kommt bestimmt!
Natürlich kann man sichere A- kraftwerke bauen, wenn man die Tücken jetzt kennt, aber es ist zu spät dafür. Das Schadensrisiko ist einfach zu hoch, zum Nutzen der Energie nach Steuern. Und damit der Strom zu teuer. Falls es dennoch zur weiteren Atomstromerzeugung kommt, dann nur wg. katastrophaler Unterversicherung. All die schönen, giftigen Materialien der letzten Jahrzehnte hätten sicher die gleiche Beachtung verdient! Nun ist es zu spät. Das regeln dann die dynamischen Tarife der Krankenkassen. Sauber wird dieses Land sicher nie wieder und ein Wirtschaftsstandort unter solchen Bedingungen schon gar nicht (mehr). Wieder ein schlimmer Beweis für den Irrtum vom Amt. Energie wird durch den dynamisierten Steueranteil immer teurer, die Erzeugung immer unsicherer und gefährlicher, die damit verbundene Haftungsfrage immer undurchschaubarer-das einstige Staatsmonopol hier nun zum Kartell geworden. Die stromerzeugende Wirtschaft trifft keine Schuld-es ist der kranke Gedanke, über absurde Besteuerung ohne das Risiko einer kontinuierlichen und wirtschaftlichen Planung, kurzfristig Geld aufzutreiben- für das eigene, unwirtschaftliche Planspiel gegen die Bürger. Und auch gegen jede produzierende Wirtschaft. Auf ihre Frage nach der Zukunft in einem oberflächig begrüntem Deutschland-es sieht nicht gut aus-bedenken Sie die Wasserkosten, wenn man solch eine Wiese auf der nichts mehr wächst, berieseln soll- auch die Kanalisation meldet sich mit unvorstellbaren Kosten-wg. der Instandthaltung dieser Machwerke ökonomischer und ökologischer Dummheit, zumindestens in ländlichen Regionen.