Wirtschaft

Milchkrieg-Dilemma - Gewinner und Verlierer

Peter Schulze am 5. Juni 2008.

Der Milchkrieg der Milchbauern zeigt uns das ganze Dilemma: Steigende Kosten führen dazu, dass an der gesamten Kette der Produktion und des Vertriebs die Margen so knapp werden, dass sich die Arbeit des Einzelnen innerhalb der Kettte nicht mehr zu lohnen scheint. So setzen die Bauern, die am Anfang der Kette stehen, einfach die nachfolgenden Bereiche derart unter Druck, dass die ersten Handelsketten und Molkereien mittlerweile einzuknicken scheinen.

Einerseits verstehe ich die Bauern, denn Arbeit soll sich lohnen - andererseits wollen die Molkereien und Vertriebsketten auch Gewinn erzielen. Das ist ja der Sinn! Nun, sie werden einfach die Mehrkosten auf das Produkt umlegen.

Die Leidtragenden sind wiedereinmal die Endverbraucher. Und diese werden mehr abgemolken als die Kühe der Milchbauern. Die Kauflaune wird sinken und damit der Geschäftsklimaindex, besonders die Binnenmarktnachfrage. Schon jetzt leisten sich die Leute aufgrund der hohen Spritpreise weniger. Sie sparen, weil Sprit teuer ist, weil Energie teuerer ist, weil Grundnahrungsmittel teuerer sind u.s.w. Die kommende Urlaubssaison wird’s bereits deutlich zeigen!

Leider kann nicht jede Branche ihre (meist berechtigten) Forderungen nach mehr Geld durchsetzen. Und so bleiben immer mehr Menschen auf der Strecke. Der Mittelstand schrumpft, weil er plötzlich zu den Armen zählt.

Was soll’s - Hauptsache der Staat genehmigt sich immer mehr. Jedes Ressort will mehr Geld. Und da geht es gleich mal um Milliarden. Deswegen kein Einlenken bezüglich einer eventuellen Senkung der Spritsteuer. Dafür immer höhere Ausgaben für eine völlig falsche Energiepolitik, für Auslandseinsätze unserer Bundeswehr, für irgendwelchen Firlefanz, den alljährlich der Bund der Steuerzahler aufdeckt, was aber komischerweise völlig ohne Konsequenzen bleibt!

Keine Familie könnte so wirtschaften - nur unser Staat kann das! Aber wie lange noch?

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