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Von der Bankenkrise zur Rezession
Peter Schulze am 6. Oktober 2008.
Da haben die wirklichen Finanzexperten schon vor Monaten gewarnt, aber die Scheinexperten der Banken, aber auch der Politik haben es nicht wahrhaben wollen und schön geredet: Die Immobilienkrise der USA wurde zur Bankenkrise in der Welt. Das ach so flexible und moderne Finanzsystem der USA, welches deutsche und europäische Banken nachäfften, fiel wie ein Kartenhaus in sich zusammen und nun kollabieren die deutschen Banken ebenfalls. Da kommt der sonst so viel gescholtene Staat gerade recht. Kontrolle wollte man nicht, doch jetzt, wo die Kacke am dampfen ist, da soll der Staat und damit der Steuerzahler die Fehlspekulationen der Banken ausgleichen. Dabei hat der Staat ja selbst Schulden - das Geld also, was bei Inanspruchnahme der Bürgschaften aufzubringen wäre, muss sich der Staat ja auch irgendwoher besorgen. Denn wenn er die 50 Mrd. Euro übrig hätte, dann hätte unser Finanzminister diese doch bestimmt zur Tilgung der Staatsverschuldung eingesetzt. Also wird sich der Staat weiter verschulden um die Banken zu konsolidieren. So kann man das Geld auch gleich zum Fenster rauswerfen.
Denn das Grundprinzip unseres Wirtschafts- und Finanzsystems verhindert nun mal, dass Geld verschwindet - es landet nur in anderen Taschen. Schon jetzt streiten sich die guten Banken um die Schnäppchen, die die bankrotten Banken sind. Sie werden, trotz ihrer Schulden und ganz dünnen Liquidität, für einen Appel und ‘n Ei zu haben sein. So werden die Märkte neu aufgeteilt. Früher musste man dazu Kriege führen - heute kauft man erst Banken und dann ganze Staaten.
Die Leidtragenden sind wie immer die kleinen Leute, die die Spiele der Großen finanzieren. 15,5 % Krankenkassenbeiträge ab 2009 (wo schon jetzt jeder weiß, dass das nicht reichen wird) + Praxisgebühren + mehr Zuzahlung nur allein im Bereich Gesundheit, belasten den Geldbeutel kleiner Leute extrem mehr. Steuer auf alle möglichen Dinge (egal, ob dahinter dann wirklich ein Gegenwert des Staates steht) - wir arbeiten ja bereits zur Hälfte für den Staat!
Wie viele Arbeitsplätze könnte man mit 35 Mrd. Euro Förderung des Handwerks und des Mittelstandes in 2009 schaffen? So viel Geld wird allein die Abwendung der HRE-Pleite mindestens kosten! Kein Wunder, wenn die Leute sagen: Lasst die Banken doch kaputt gehen! Diese 35 Mrd. - wenn Sie denn reichen und wenn sie denn aufgebracht werden müssen - werden dann eh wieder von einer anderen Bank geschluckt.
Doch das wahre dicke Ende kommt noch:
Selbst wenn die Banken - mehr oder minder angeschlagen - die Bankenkrise überstehen, die Kreditwirtschaft und damit eine der wichtigsten Antriebe der Wirtschaft, wird nicht mehr rund laufen. Schon jetzt traut keine Bank der anderen mehr. Der Geldfluss ist somit blockiert. Und so reißen bankrotte Banken eben und erst recht die gesamte Wirtschaft mit. Investitionen werden aufgrund mangelnder Kreditvergabe gestoppt bzw. einfach nicht möglich. Nicht nur, dass die Banken als Kreditgeber dem Kreditnehmer viel höhere Sicherheiten abfordern (in Zeiten einer Krise, sind ja selbst die nichts mehr wert!), die Banken selbst haben Mühe, das Geld, was sie verleihen wollen, zu beschaffen! Die Banken können einfach kein Geld als Kredit ausreichen, weil sie selbst kein Geld haben und von anderen Banken keins bekommen. (Das ist ja der Grund der HRE-Krise, bei der die HRE ihre Finanzdecke nur durch kurzfristige Gegenfinanzierungen sicherte. Man hat mit Geld um sich geworfen, obwohl man selbst [langfristig] kein Geld hatte!)
Die Rezession ist somit vorprogrammiert. Sich für diese Zeit zu wappnen, sollte man bereits jetzt vorbereiten. Das bedeutet Zurückhaltung bei Investitionen (was natürlich für die Wirtschaft auch nicht gerade förderlich ist, aber wie will man es finanzieren?) bei gleichzeitiger Orientierung auf langfristige Gewinnrealisierung. Langfristig und in kleinen Schritten - das war bei den Banken “OUT”. Hier galt nur Maximalprofit mit immer höheren Raten in immer kürzerer Zeit. Und das hat Ihnen das Genick gebrochen - sofern der Staat nicht hilft. Wir jedoch, können nicht auf Staatshilfe rechnen und deswegen sollte unsere Maxime werden: Langfristig, kontinuierlich, mit kleineren Prozenten und dafür stetig. Das wird mehr denn je wieder “IN” sein.
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